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Edeltuner

Text: Olaf Adam; Fotos: Architettura Sonora
Dieser Artikel ist ursprünglich erschienen in 0dB – Das Magazin der Leidenschaft N°3

Eric Kingdon ist so etwas wie das Goldene Ohr bei Sony. Ihm obliegt die Feinabstimmung der HiFi-Produkte des japanischen Entertainment-Konzerns, un das schon seit Jahrzehnten. Doch um die Technik ging es ihm eigentlich nie.

EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK

Bereits seit seiner Kindheit dreht sich das Leben des Engländers um die Musik, erst vor dem elterlichen Radio, dann selbst spielend am Klavier. Schließlich wurde aus dem Musikfan auch ein HiFi-Fan, die Begeisterung für jede Form der Musikwiedergabe führte dann Jahre später zu einem Job im technischen Marketing von Sony. Just in dem Jahr, als die CD das Musikhören digitalisierte. Sein gutes Ohr, gepaart mit einem tiefgehenden technischen Verständnis, führten bald dazu, dass Eric direkt in den Entwicklungsprozess neuer Geräte eingebunden wurde. 

35 Jahre ist das her, und bei fast jedem hochwertigen HiFi-Gerät der Marke Sony hat er seitdem entscheidenden Anteil gehabt. Jedoch hat er nie vergessen, worum es eigentlich geht. „Ich mache meinen Job nicht nur, weil ich HiFi mag. Ich mache meinen Job vor allem, weil ich Musik liebe. Gutes HiFi ist am Ende nur ein Mittel zum Zweck, weil es mir und anderen Menschen ermöglicht, Musik noch mehr zu genießen.“ 

NEUGIERIG BLEIBEN 

Die Neugierde auf neue Musik ist über die Jahre nie schwächer geworden. Dabei spielen Genregrenzen und gelernte Vorlieben kaum eine Rolle. „Im Englischen haben wir die Formulierung It strikes a chord with you, wenn einen etwas spontan anspricht. Vielleicht kann man das am ehesten so beschreiben, dass eine Art emotionale Resonanz angeregt wird, wenn man ein bestimmtes Musikstück in einer bestimmten Situation hört. Das ist dann stärker als alle vorgefassten Ideen davon, was man mag oder nicht. Auf diese Weise bin ich vor Kurzem sogar zu einem Album der Band Simple Plangekommen, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.“ 

Eric hat den Aufstieg der CD zum Massenmedium entscheidend mitgeprägt, nun sieht er deren schleichenden Verfall. Streamingdienste übernehmen mehr und mehr die musikalische Grundversorgung der Bevölkerung, und das kann Fluch und Segen zugleich sein. „Das Ritual, aufzustehen, eine Platte oder CD aus der Hülle zu nehmen, sie aufzulegen und sich wieder hinzusetzen, hat früher automatisch aus dem Musikhören etwas Besonderes gemacht. Die Gefahr beim Streaming ist, dass man ständig zum nächsten Track weiterspringt und sich einfach nicht mehr die Zeit zum Zuhören nimmt. Aber wenn man der Musik den Respekt zollt, den sie verdient, bietet Streaming großartige Möglichkeiten, Neues zu entdecken.“ 

DIE MUSIK BEFREIEN 

Fast sein gesamtes Berufsleben hat Eric auf der Suche nach dem bestmöglichen Sound verbracht. Doch was ist das eigentlich? „Musik wirkt auch ohne ‚High Fidelity‘. Ich erinnere mich gut an eine Aufnahme eines Debussy-Klavierkonzerts, gespielt von Walter Gieseking. Die Platte ist weit von dem entfernt, was man audiophil nennen würde – Mono, keine besonders gute Aufnahmequalität. Und trotzdem hat sie mich zu Tränen gerührt, als ich sie das erste Mal gehört habe, weil ich so ein Spiel noch nie erlebt hatte. Musik auf einem Tonträger ist wie ein wildes Tier im Käfig, das freigelassen werden will. Und genau das ist meiner Meinung nach die Aufgabe eines guten HiFi-Systems: die Musik so gut wie möglich wiederzugeben, sie aus dem Gefängnis der Aufnahme zu befreien, damit sie ihre Emotionalität und Kraft entfalten und auf den Hörer übertragen kann.“ 

Das jüngste Produkt, bei dem Eric an der Feinabstimmung beteiligt war, ist der DMP-Z1. Ein digitaler Musikplayer mit Kopfhörerverstärker, der allerdings nicht für die Hosentasche gedacht ist. 

„Wir wollten zeigen, was heute mit der digitalen Musikwiedergabe möglich ist. Wenn man den Klang einer wirklich guten stationären Anlage über Kopfhörer erleben möchte, etwa weil der Platz für ein großes System fehlt oder die Nachbarn nicht gestört werden sollen, dann ist der DMP-Z1 genau das Richtige.“ 

Schallplatte, CD, HiRes-Download oder Streaming – für Eric Kingdon ist die Quelle nicht wichtig. Was zählt, ist die Musik. Und dass man sie respektiert. 

HÖRTIPP VON ERIC KINGDON: 

DEBUSSY – COMPLETE PIANO WORKS (WALTER GIESEKING)

BOX-SET, 6 HYBRID-SACD; WARNER CLASSICS 

 „Diese Aufnahmen entstanden zwischen 1951 und 1954 in den Abbey Road Studios. Dort wurden sie später auch für die SACD-Veröffentlichung remastered. Giesekings Interpretationen des französischen Meisters sind umwerfend und gehören in jede Klassiksammlung!“

 



 

 

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