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Immer weiter – TECHNICS-Entwicklerlegende Tetsuya Itani im Interview

 

 

Interview: Olaf Adam • Foto: Technics

Dieser Artikel ist ursprünglich erschienen in 0dB – Das Magazin der Leidenschaft N°2

Erst war der Technics ein Synonym für solides HiFi aus Japan, dann entwickelte sich der Name zur DJ-Kultmarke und verschwand anschließend vom Markt. Vor einigen Jahren belebte der Mutterkonzern Panasonic die Traditionsmarke neu und vertraute dabei auf die Erfahrung von Chefentwickler Tetsuya Itani, der bereits in den 80ern für Technics arbeitete und die Marke damit mehr als drei Jahrzehnte lang aktiv begleitet hat. Die erfolgreiche Wiederbelebung der Marke Technics ist sicherlich die Krönung der Karriere des begeisterten Ingenieurs und Musikfans. Doch nun ist es an der Zeit, die Verantwortung an eine Generation jüngerer Entwickler weiterzugeben. Auch keine leichte Aufgabe. 

„Als ich 1980 als junger Ingenieur bei Technics anfing, habe ich viel von meinen erfahreneren Kollegen gelernt. Das oberste Ziel war immer, echte Innovationen auf höchstem technischen Niveau zu bieten. Diese Einstellung habe ich von meinen Vorgängern übernommen und beibehalten. Und seit Technics wieder am Markt ist, versuche ich als leitender Entwickler, genau dieses Grundprinzip der Marke an mein Team weiterzugeben.“ 

IM WANDEL DER ZEITEN 

Doch Zeiten ändern sich, und es erscheint unwahrscheinlich, dass die inneren Werte eines Unternehmens über eine so lange Zeit unverändert bleiben. Oder doch? „Unsere Herangehensweise ist die gleiche geblieben, es hat sich höchstens die Interpretation dieses Prinzips ein wenig verändert. Früher haben wir als Ingenieure gedacht und messtechnisch perfekte Produkte entwickelt. Heute steht die Musikalität unserer Produkte mehr im Vordergrund. Das Ergebnis ist aber oft das Gleiche, denn für eine wirklich gute Musikwiedergabe braucht es eben ein technisch hochentwickeltes Produkt.“

Itani kennt die Gefahr, als Ingenieur allzu technikverliebt an seine Arbeit heranzugehen. Und auch das möchte er seinen jüngeren Kollegen vermitteln. „Natürlich muss das Streben nach echter Innovation auf höchstem technischen Niveau immer ganz vorne stehen. Genauso wichtig ist es aber, den Markt zu kennen und auf die Nutzer zu hören. Wir entwickeln schließlich hochwertige Produkte für eine anspruchsvolle Kundschaft, also müssen wir deren Wünsche und Vorstellungen verstehen.“ 

ZU JUNG FÜR DIE RENTE

Man sieht es ihm nicht an, doch Tetsuya Itani geht stramm auf das Rentenalter zu. Doch glücklicherweise denken weder er noch sein Arbeitgeber an Ruhestand. „Ich habe noch so viele Dinge zu tun und auch Lust darauf. Deshalb freut es mich sehr, dass mich Panasonic gebeten hat, noch ein bisschen länger zu arbeiten.“ Also übergibt Itani zwar den Staffelstab bei Technics an eine neue Generation von Ingenieuren, doch bleibt er der Branche erhalten und wendet sich neuen Aufgaben zu. Es steht zu hoffen, dass dem Workaholic dabei noch genug Zeit zum Musikhören bleibt, denn dank seines breiten Musikgeschmacks ist das nicht ganz einfach. „Musik hat mich mein ganzes Leben lang begleitet, und das wird auch nicht aufhören. Ich kann am gleichen Abend eine Aufnahme der Berliner Philharmoniker mit ihrem neuen Dirigenten Petrenko hören, anschließend etwas Neues aus der aktuellen Jazzszene und danach vielleicht noch eine alte Beatles-Scheibe. Und ich genieße alles gleichermaßen.“ 

Wenn Leidenschaft der Antrieb ist, geht es eben immer weiter. Und so viel steht fest: Das trifft sowohl auf Tetsuya Itani zu als auch auf die Marke Technics, die er über so viele Jahre hinweg geprägt hat. 

 

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