Ebenso besteht natürlich zumindest theoretisch die Gefahr, dass sich ein Außenstehender Zugriff auf diese Daten verschafft oder direkt auf die verbauten Mikrofone zugreift. Um funktionieren zu können, benötigen Geräte mit Sprachtechnologie logischerweise zwingend einen zweigleisigen Zugang zum Internet – sie müssen Daten sowohl senden als auch empfangen können. Auch wenn die Hersteller glaubhaft versichern, diesbezüglich alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben, ein solcher Schutz kann nie zu 100 Prozent sicher sein. Es ist also nicht ganz ausgeschlossen, dass der heimische Smarthome-Lautsprecher von einem Hacker zur Wanze umfunktioniert wird. Und sicherlich wird in den Geheimdiensten weltweit auch schon nach Möglichkeiten gesucht, die neuen Technologien für den großen Lauschangriff nutzbar zu machen. Sind das alles nun Gründe für übertriebene Paranoia? Schließlich sind wir heutzutage ständig von Gerätschaften wie Smartphones, Tablets oder Laptops umgeben, die sehr viel leichter zu hacken sind, und bei deren Nutzung wir ganz freiwillig eine unübersehbare Datenspur hinterlassen. Doch mit der Spracherkennung und dem dafür notwendigen Dauerbelauschen durch die smarten Geräte erhält das Ganze schon eine ganz neue Dimension. Man stelle sich vor, man unterhält sich mit seinem Partner oder seiner Partnerin über die Planung fürs Abendessen und wird plötzlich von der intelligenten Haustechnik mit dem Hinweis auf einen neuen Pizza-Lieferdienst ganz in der Nähe unterbrochen. Heute ist das eine gruselige Vorstellung, doch in zehn Jahren mag uns das ganz normal vorkommen. Denn eines haben Apple, Google, Amazon, Facebook, WhatsApp, Twitter, Instagram und viele mehr längst bewiesen: Trotz aller ursprünglicher Bedenken sind die Menschen am Ende gerne bereit, ihre persönlichen Daten preiszugeben, wenn nur der Nutzen für sie stimmt. Smarte Haustechnik mit echter, intelligenter Spracherkennung wird kommen, das ist keine Frage. Aber vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt sich darüber Gedanken zu machen, welche Freiheiten man den Entwicklern solcher Technologien geben will und welche lieber nicht.